Warum hier und sonst nirgends
Die Atacama-Wüste vereint drei Bedingungen, die kaum irgendwo sonst bewohnt zusammen vorkommen: Höhe (San Pedro liegt auf 2.400 m, die nahen Profi-Observatorien liegen über 5.000 m), das ganze Jahr über fast keine Luftfeuchtigkeit und eine verstreute Bevölkerung, die die Lichtverschmutzung minimal hält. Deshalb konzentrieren sich hier Profi-Observatorien wie ALMA und Paranal sowie Dutzende Tourbetreiber mit eigenen Teleskopen, die fast jede Nacht im Jahr für die Öffentlichkeit geöffnet sind.
So läuft eine Sternentour ab
Die Touren starten nach Sonnenuntergang zu dunklen Flächen außerhalb des Dorfes, wo ein spezialisierter Guide (oft Astronom oder Observatoriumstechniker) mehrere Teleskope unterschiedlicher Größe aufbaut. In einer klaren Nacht sieht man die Milchstraße mit bloßem Auge, die Ringe des Saturn, die Monde des Jupiter, Nebel und Sternhaufen, die von Städten mit verschmutztem Himmel aus nicht sichtbar sind; die Südhalbkugel zeigt zudem die Magellanschen Wolken und das Kreuz des Südens, die am Nordhimmel fehlen. Die Erklärung dauert meist 90 Minuten bis zwei Stunden, mit Stopps für Langzeitbelichtungsfotos.
Wann hinfahren und was mitnehmen
Die Saison mit dem klarsten Himmel geht von April bis November, auch wenn die Wüste fast das ganze Jahr über klaren Himmel hat; Vollmond verringert die Sichtbarkeit schwacher Sterne, daher lohnt sich ein Blick auf den Mondkalender vor der Buchung. Die Wüstennächte kühlen selbst im Sommer stark ab, weshalb echte warme Kleidung (Mütze, Handschuhe, Schichten) nötig ist, auch wenn es tagsüber heiß war. Die meisten Anbieter verlangen eine Vorabbuchung wegen der begrenzten Teleskopanzahl pro Gruppe.