Ein Nationalpark ohne Hürden
El Chaltén wurde offiziell zu Argentiniens nationaler Trekking-Hauptstadt erklärt, und seine Besonderheit gegenüber anderen Bergzielen ähnlichen Rufs ist, dass die Wege im Nationalpark Los Glaciares keinen Eintritt kosten und keinen Guide vorschreiben: Jeder kann sich im Besucherzentrum registrieren und allein losziehen. Das hat aus dem erst 1985 als strategischer Grenzpunkt gegründeten Ort ein für Südamerika ungewöhnlich unabhängiges Trekking-Ziel gemacht.
Die begehrtesten Wege
Die Wanderung zur Laguna de los Tres, mit direktem Blick auf den Fitz Roy, ist die anspruchsvollste der Klassiker: rund 20 km hin und zurück mit einem steilen Schlussanstieg, der mit einem der meistfotografierten Bergblicke Patagoniens belohnt. Die Laguna Torre, kürzer und mit weniger Höhenmetern, führt zu einer Lagune mit Eisbergen, die vom Gletscher Grande abgebrochen sind, mit dem Cerro Torre als Kulisse, wenn das Wetter mitspielt. Wer weniger Zeit hat oder etwas Zugänglicheres sucht, findet am Aussichtspunkt Los Cóndores in gut einer Stunde Gehzeit einen Panoramablick auf den Ort und die Steppe.
Wie man den Besuch plant
Das patagonische Wetter wechselt innerhalb von Minuten, daher ist das Prüfen der Vorhersage am Vorabend und warme, wasserdichte Kleidung auch an sonnigen Tagen eher Pflicht als Empfehlung; viele Reisende buchen mehrere Tage in El Chaltén genau deshalb, um Spielraum zu haben, falls Fitz Roy oder Torre wolkenverhangen aufwachen. Die Trekkingsaison dauert von November bis März (südlicher Frühling und Sommer), außerhalb dieser Zeit können Wege wegen Schnee oder starkem Wind gesperrt sein.