Maipú, die Weinregion wie gemacht fürs Fahrrad
Etwa 15 km vom Zentrum Mendozas entfernt ist das Departamento Maipú eines der ältesten Weinbaugebiete der Provinz. Jahrhundertealte Bodegas, Weinberge, Olivenhaine und Ölmühlen verteilen sich entlang nahezu flacher Wege, vor allem im Bezirk Coquimbito rund um die Calle Urquiza, wo sich die Fahrradverleihe konzentrieren. Es ist Mendozas klassische Route zu den Weingütern per Rad: keine großen Steigungen, kurze Wege zwischen den Besuchen und die Anden als Kulisse.
Wenn du Malbec aus Höhenlagen und Weingüter am Fuß der Berge suchst, hat die Gegend von Luján de Cuyo einen anderen Charakter, den wir in unserem Guide zu den Weingütern von Luján de Cuyo beschreiben. Maipú dagegen eignet sich ideal, um Radfahren, Weingeschichte und regionale Produkte an einem Tag in deinem eigenen Tempo zu verbinden.
Anreise ab Mendoza
- Stadtbus: Mehrere Linien verbinden das Zentrum von Mendoza mit Coquimbito und der Calle Urquiza. Bezahlt wird mit der SUBE-Karte. Da das Busnetz in den letzten Jahren neu geordnet wurde, frag in deiner Unterkunft oder beim Verleih, welche Linie du nehmen und wo du aussteigen musst.
- Taxi, Remís oder Fahrdienst-App: am bequemsten in der Gruppe oder wenn du früh ankommen willst, ohne von Fahrplänen abhängig zu sein.
- Geführte Tour: Manche lokale Guides bieten Transfer, Räder, Reservierungen bei den Bodegas und Begleitung auf der Strecke an.
So radelt man von Bodega zu Bodega
Die Runde verläuft entlang der Calle Urquiza und der Feldwege, die von ihr abzweigen. Je nach Anzahl der Besuche kommen am Tag insgesamt etwa 10 bis 25 km zusammen, auf fast flachem Gelände, sodass du nicht trainiert sein musst. Beachten solltest du aber den Verkehr: Ein Teil der Strecke führt über Straßen mit Autos und Lastwagen, vor allem die Urquiza, also fahr hintereinander, halte dich rechts und sei an Kreuzungen aufmerksam.
Unterwegs gibt es verschiedene Arten von Stopps:
- Historische Bodegas, manche über hundert Jahre alt, mit Backsteingebäuden und Weinmuseen voller alter Pressen, Fässer und Werkzeuge.
- Familien- und Boutique-Weingüter mit persönlicheren Führungen und der Möglichkeit, mit denen zu sprechen, die den Wein machen.
- Ölmühlen, in denen Olivenöl hergestellt wird und man es mit Brot verkosten kann.
- Hersteller von Marmeladen, Likören und Konserven, typisch für die Gegend.
Die Weinberge von Maipú werden wie die ganze Oase von Mendoza über ein Netz aus Kanälen und Gräben bewässert, das auf die Bewässerungssysteme der indigenen Völker zurückgeht und über Jahrhunderte erweitert wurde. Ein lokaler Guide kann dir diese Geschichte erzählen und erklären, wie das Schmelzwasser der Anden in einer so trockenen Region Weinbau überhaupt möglich macht.
Wie viele Weingüter an einem Tag
Drei oder vier Besuche sind ein vernünftiges Maß. Jeder Besuch mit Verkostung dauert meist zwischen 45 Minuten und einer Stunde, dazu kommen die Fahrzeit, eine Mittagspause und die Rückgabe des Rads vor Ladenschluss. Wer mehr Bodegas schaffen will, erlebt meist einen gehetzten Tag mit zu viel Wein.
Einige Tipps für die Tagesplanung:
- Besuche reservieren: Viele Bodegas arbeiten mit Zeitfenstern und begrenzten Plätzen, besonders in der Hochsaison.
- Öffnungstage prüfen: Mehrere Bodegas schließen sonntags und an Feiertagen oder haben verkürzte Öffnungszeiten.
- Mittagessen planen: Du kannst im Restaurant einer Bodega essen (mit Reservierung) oder ein Picknick mitnehmen.
- Früh starten: Die Verleihe geben die Räder meist morgens aus und erwarten sie vor Sonnenuntergang zurück.
Angebote lokaler Guides findest du im Bereich Radfahren in Mendoza.
Beste Reisezeit
Mendoza hat fast das ganze Jahr über ein trockenes, sonniges Klima, die Runde ist also zu jeder Jahreszeit möglich, wobei jede ihren eigenen Charakter hat:
- Frühling (September bis November): angenehme Temperaturen und Austrieb der Reben. Eine der besten Zeiten zum Radeln.
- Sommer (Dezember bis Februar): große Hitze, mittags auch über 35 °C. Starte früh, trink viel und ruh dich in den heißesten Stunden aus.
- Weinlese (Februar bis April): Die Ernte bringt Leben in die Bodegas. Das Nationale Weinlesefest findet Anfang März in der Stadt Mendoza statt, Unterkünfte sind dann sehr gefragt.
- Herbst (April und Mai): gelbe und rote Weinberge und milde Temperaturen. Wahrscheinlich die schönste Zeit für die Runde.
- Winter (Juni bis August): sonnige, aber kühle Tage, kahle Reben und weniger Besucher.
Wein und Rad, mit Verstand
- Nutze die Spucknäpfe: Das ist bei einer Verkostung üblich, niemand nimmt es dir übel.
- Trink zwischen den Bodegas viel Wasser und iss vor jedem Besuch etwas.
- Trag immer einen Helm (Verleihe stellen ihn meist) und prüf Bremsen und Reifen, wenn du das Rad abholst.
- Wenn nach den Verkostungen jemand lieber nicht weiterradeln möchte, ruf ein Remís oder eine Fahrdienst-App.
- Respektiere die Weinberge: Geh nicht ohne Erlaubnis in die Rebzeilen und pflück keine Trauben.
Was du mitnehmen solltest
- Sonnencreme, Kappe und Sonnenbrille: Die Sonne in Mendoza ist selbst im Winter stark.
- Eine große, nachfüllbare Wasserflasche.
- Bequeme, luftige Kleidung und geschlossene Schuhe.
- Bargeld und Karte: Verkostungen kosten meist etwas, und manche kleinen Betriebe bevorzugen Bargeld.
- Einen kleinen Rucksack, falls du eine Flasche Wein oder Olivenöl kaufst.
Auf eigene Faust oder mit lokalem Guide
Die Runde auf eigene Faust zu fahren gibt dir Freiheit und ist dank der Verleihe an der Urquiza einfach. Mit einem lokalen Guide sparst du dir dagegen die Organisation: Er reserviert die Besuche, kennt weniger besuchte Familienweingüter, plant das Mittagessen, sorgt für Pannenhilfe und erzählt dir unterwegs die Geschichte des Weins von Mendoza. Eine gute Wahl, wenn du nur einen Tag hast oder in der Gruppe reist.
Auf Trekonda kannst du Guides in Mendoza direkt anschreiben und eine Route nach deinen Wünschen planen, ohne Vermittlungsprovision. Radtouren durch die Weinberge kannst du im Bereich Weingüter per Rad in Mendoza vergleichen.
Häufige Fragen
Muss ich fit sein, um die Weingüter von Maipú mit dem Rad zu besuchen?
Nein. Das Gelände ist fast flach und die Wege sind kurz. Du musst nur Rad fahren können und auf den Verkehr achten.
Wie viele Kilometer fährt man?
Das hängt von den gewählten Bodegas ab, aber ein typischer Tag kommt auf insgesamt 10 bis 25 km mit vielen Stopps.
Kann man die Runde auch sonntags fahren?
Ja, allerdings schließen mehrere Bodegas sonntags oder öffnen nur verkürzt. Informier dich und reservier vorher.
Können Kinder mitkommen?
Ja, mit Rädern in ihrer Größe oder Kindersitzen, wenn der Verleih sie anbietet. Manche Bodegas schenken den Jüngsten Traubensaft aus, und die Ölmühlen sind meist ein Stopp, der ihnen gefällt.